Gedenkfeier an der Synagoge
"Wir erheben unsere Stimme, um zu erinnern und zu mahnen!"

Lemgo. Wie jedes Jahr am 9. November haben  sich auch am heutigen Abend wieder zahlreiche junge und ältere Menschen vom Frenkelhaus im Schweigemarsch über den Marktplatz zur Gedenkstätte Synagoge in der Neuen Straße begeben.  "Wir erinnern daran, dass die nationalsozialistischen Verbrechen auch hier bei uns in Lippe, in Lemgo verübt worden sind", so der Bürgermeister in seiner Ansprache.

Mit Windlichtern und im Schweigemarsch ging es zur Gedenkstätte Synagoge
 Auch in einer solch beschaulichen Kleinstadt wie Lemgo habe die Synagoge in den Morgenstunden des 10. November 1938 gebrannt.  "Wir erheben unsere Stimme, um zu erinnern und zu mahnen", so Dr. Reiner Austermann. "Erinnerung und Mahnung sind wir den Opfern schuldig. Mehr noch - Erinnerung und Mahnung sind wie auch uns selbst und unserem Land schuldig.", so das Stadtoberhaupt. Das Bekenntnis zur eigenen Schuld und zur eigenen Verantwortung schade nicht.  Im Gegenteil: "Ein solches Bekenntnis mehrt, wenn es ehrlich ist, das eigene Ansehen. Das gilt für ein ganzes Land genauso wir für jeden Einzelnen."

 Die Stimme erheben müsse man auch gegen Menschen, die sagen, der Nationalsozialismus habe auch gute Seiten gehabt.  "Wenn es zwischen 1933 und 1945 in diesem Land Werte gegeben hat, dann trotz und nicht wegen des Nationalsozialismus.  Und diese Werte wurden allesamt missbraucht", so Dr. Austermann.
 
Leider gebe es Menschen, die die alten Parolen vom Rassenhass und Massenwahn brüllen oder - gefährlicher noch - die alten Parolen in wohl formulierte Diskussionsbeiträge kleideten. "Dagegen müssen wir unsere Stimme erheben - mehr noch - dagegen müssen wir kämpfen mit alle Mitteln, die unsere Rechtsstaat zur Verfügung hat. 

Gestaltet wurde die Gedenkfeier durch Beiträge von Schülerinnen und Schüler der Lemgoer Schulen und Musikstücken. 

 

Quelle: www.lemgo-news.de, 10.11.2007