Odyssee als Staatenloser
Holocaustüberlebender trifft Schüler
Lemgo (tis). Selbst in seiner 1571. Veranstaltung hat Ivar Buterfas nichts an Eindringlichkeit verloren. In Lemgo sprach der jüdische Holocaustüberlebende gestern vor Schülern des Engelbert-Kaempfer-Gymnasiums.

Bevor nach 27 noch folgenden Terminen Schluss mit den öffentlichen Auftritten als Zeitzeuge sein soll, vermochte es der Hamburger, die Jugendlichen in den Bann zu ziehen. Insbesondere, da der 76-Jährige Brücken vom abstrakten Schrecken nach Lemgo schlug. "Was wäre aus den wunderschönen alten Häusern geworden, hätte Hitler noch einige Jahre weiter machen können", schilderte Buterfas seine Gedanken. Zudem sei auch in der alten Hansestadt eine Synagoge zerstört worden.
Bewegend war zudem Buterfas' persönliche Geschichte. Dazu musste er beim gemeinsamen Auftritt mit seiner Frau nicht einmal die Schrecken der Vernichtungslager bemühen. Vielmehr reichten die Erzählungen von Diskriminierungen im Alltag - das Tragen des Judensterns, der Schulverweis nach wenigen Tagen als iDötze, die Odyssee als Staatenloser -, sodass die Schüler mit detaillierten Nachfragen mehr von Buterfas wissen wollten.

Überlebender:Ivar Buterfas erzählt im EKG - FOTO: SCHRÖDER

Lippische Landeszeitung 11.3.08